Warum hält Holz im Gebäude 1000 Jahre und im Wald verrottet es recht schnell?

Die Antwort finden wir im 1×1 des Zimmermeisters!

Überlässt man Totholz der Natur, wird es von Insekten und Pilzen als Nahrung genutzt. Der Baustoff Holz dagegen ist langlebig und besonders nachhaltig. Das Geheimnis liegt in der Verarbeitung und der Konstruktion.

Alle Zusammenhänge und Details zum richtigen Umgang mit Bauholz erklären uns Holger Meyer und Sascha Bolte in diesem Podcast.

Abonnieren Sie unseren Kanal und wir begleiten Sie beim Abenteuer Bauen und Sanieren. Wollen Sie mehr über das Thema Holz als Material wissen, empfehlen wir Ihnen unseren Beitrag Natürlicher Holzschutz. Welches Holz Sie wofür verwenden sollten, lesen Sie im Artikel Unsere Holzarten für den Bau. Oder interessiert es Sie, ob Holz den Beton im Hausbau ersetzen kann? Dann hören Sie in die Podcastfolge Wann und wo hört es mit dem Beton auf? hinein.

Individuelle Beratung erhalten Sie bei den Holzbau-Experten in Ihrer Nähe. Mehr über uns erfahren Sie in der ersten Podcastfolge, in der wir uns ausführlich vorstellen.

Kann Holz den Beton ersetzen?

Jeder Baustoff hat seine Berechtigung – an der richtigen Stelle. Wer möglichst ressourcenschonend und nachhaltig bauen möchte, sollte sich darüber Gedanken machen, wie viel Energie bereits bei der Herstellung der verwendeten Materialien verbraucht wird. Gerade die Betonproduktion erzeugt weltweit sehr viel klimaschädliches CO2.

Welche Alternativen es gibt? Antworten darauf finden Holger Meyer und Sascha Bolte in einer neuen Folge ihres Podcastes Das Moderne Haus. Bauen mit Holz:

Abonnieren Sie unseren Kanal und wir begleiten Sie beim Abenteuer Bauen. Mehr zum Thema Energie-Einsparung finden Sie im Beitrag zur Förderung von klimafreundlichen Neubauten.

Mehr über uns erfahren Sie in der ersten Podcastfolge, in der wir uns ausführlich vorstellen.

In vielen Regionen eine Notwendigkeit

Der Holzbau zählt in Erdbebengebieten zu den traditionellen und bewährten Bauweisen. Eines der höchsten Holzgebäude weltweit, die 67 m hohe Sakya-Pagode des Fogong-Tempels in der nordchinesischen Provinz Shanxi, hat in den 900 Jahren seit ihrer Fertigstellung (Baubeginn 1056) zahlreichen Beben widerstanden. Die Konstruktion aus einem Rahmen mit mehreren Holzschichten und die Verbindungen mit Zapfen und Zapfenlöchern können große Energie aufnehmen, ohne dass die Struktur bricht.

Müssen wir uns in Deutschland Sorgen um Erdbeben machen? Tatsächlich gibt es einige Zonen wie das Rheingebiet, die Schwäbische Alb, Ostthüringen und Westsachsen, in denen es zu stärkeren Beben kommen kann. Aber auch in anderen Landstrichen gibt es immer wieder kleinere Erdbewegungen, zum Beispiel wenn sich die Erde durch Gasförderung oder Bergbau setzt. Dabei werden Häuser selten ganz zerstört, können aber je nach Konstruktion erhebliche Schäden davontragen.

Unterschieden werden 5 Zonen: In den grau unterlegten Flächen gibt es nur sehr geringe seismische Aktivitäten, die eine Stärke von 6 auf der Richterskala nicht überschreiten. In der hellgelben Zone 0 erreicht die Intensität 6-6,5 auf der Richterskala, in der Zone 1 6,5-7, in der Zone 2 7-7,5, und in der dunkelroten Erdbebenzone 3 kann ein Erdbeben auch eine Stärke von mehr als 7,5 erreichen. In der Karte nicht dargestellt sind die Gebiete, in denen Beben aufgrund von Erdgasförderung oder Bergbau auftreten können.WIkimedia Commons – Störfix

Deutschland wird in 5 Zonen eingeteilt. Als Erdbebenzonen gelten Bereiche, in denen es zu Erdbeben ab einer Stärke von 6 auf der Richterskala kommen kann. Erdbewegungen spürt man bereits ab einer Stärke von 3, zu Schäden an Gebäuden kann es bereits ab einer Stärke von 5 kommen. Es lohnt sich also durchaus, sich Gedanken um die Konstruktion seines Hauses zu machen. Um Schäden zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten, gibt es in Deutschland daher Normen zum erdbebensicheren Bauen. Je nach Region und Bauwerksnutzung müssen Gebäude bestimmte Anforderungen erfüllen, um die Erdbebensicherheit nachzuweisen.

Wie entstehen Erdbeben?

Die Erdkruste ist die äußerste, feste Schicht der Erde. Sie besteht aus einem Mosaik einzelner Kontinentalplatten, die sich aufeinander zu, voneinander weg oder aneinander vorbei bewegen. Dadurch entstehen an den Plattenrändern große Spannungen. Wird die Bruchfestigkeit des Gesteins überschritten, kommt es zu ruckartigen Bewegungen und einem Spannungsabbau. Diese tektonischen Vorgänge sind die Hauptursache für Beben. Aber auch das Aufsteigen von Magma bei Vulkanismus, der Einsturz von Hohlräumen bei Gebirgsschlägen und Bergbau oder Veränderungen von Druckverhältnissen (z. B. Erdgasförderung) können Erdbewegungen auslösen.

Holzgebäude sind besonders erdbebensicher

Erdbeben bewirken rasche horizontale und vertikale Bodenbewegungen von kurzer Dauer. Widerstandsfähig sind Bauweisen, die bei horizontaler Belastung große Verformungen zulassen und Schwingungen aushalten. Holzkonstruktionen haben hier erhebliche Vorteile:

  • Geringes Eigengewicht im Vergleich zur Tragfähigkeit
  • Mechanische Verbindungsmittel, die sich unter Belastung plastisch (duktil) verformen

Bei duktilen Verbindungsmitteln wie Stabdübel oder Nägel wird eingetragene Energie nicht nur über Bewegung, sondern insbesondere über plastische Verformungen abgebaut. Diese bewirken eine Energiedissipation, also eine Verteilung der Energie, und schützen die übrigen Bereiche des Tragwerks vor einem vorzeitigen spröden Versagen.

Dies ist vergleichbar mit dem Konzept im Automobilbau: Die Knautschzone des Fahrzeugs vernichtet bei einem Aufprall die Stoßenergie durch plastische Verformung und Reibung, ohne die Sicherheit der Fahrgastzelle zu beeinträchtigen.

Schwere Geschossdecken aus Beton sind dagegen ungünstig. Die Masse wird bei Erdstößen horizontal beschleunigt und zerreißt die unteren Wände. Mehrere übereinander liegende Geschossdecken können sich in entgegengesetzte Richtung beschleunigen und das Problem vergrößern. Decken aus Holz sind leicht und elastisch. Die Gefahr der Zerstörung ist wesentlich geringer.

Gerade in Starkbebengebieten wie Japan oder Kalifornien bewähren sich Häuser in Holzbauweise seit mehreren Jahrhunderten. Mit einer sorgfältigen konstruktiven Planung verhindern Holzgebäude nicht nur Todesopfer, auch die wirtschaftlichen Schäden können deutlich reduziert werden.

Um die Erdbebensicherheit in Zukunft noch weiter optimieren zu können, hat die Berner Fachhochschule in der Schweiz vor wenigen Jahren ein großes Forschungsprojekt durchgeführt, in dem sie die dynamischen Eigenschaften von Brettsperrholzgebäuden untersuchte. Wie das vierstöckige Testgebäude die Schwingungsversuche überstanden hat, sehen Sie im Video.

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Formstabil und dekorativ

Sichtbares Holz gibt Wohnräumen eine warme und behagliche Atmosphäre. Gerade dabei ist es jedoch wichtig, das passende Material zu wählen, um Risse und Fugen in Balken und Hölzern zu vermeiden. Diese beeinträchtigen in der Regel zwar nicht die Tragfähigkeit, wirken aber unschön und entsprechen nicht den heutigen Ansprüchen.

Eine Holzkonstruktion aus den 1980er Jahren. Damals wurden Risse und Fugen von den Baufamilien als ganz normal angesehen. Das ist heute anders. Obwohl die Tragfähigkeit nicht beeinträchtigt ist, möchte man heute rissarmes Holz.hobacon GmbH & Co. KG

Holz ist hygroskopisch, bindet also Wasser. Verringert sich die Holzfeuchte, ziehen sich die Zellen zusammen und das Holz schwindet. Es bilden sich Verformungen und Risse. Um dies weitgehend zu vermeiden, verwendet man im Holzbau seit vielen Jahren trockenes Konstruktionsvollholz. Schwinden bleibt jedoch nach wie vor ein Thema. Das „normal“ getrocknete Holz genügt bei bekleideten Konstruktionen. Wird das Holz sichtbar verbaut (siehe Titelbild) oder bei Rähmen und Pfetten genutzt, sollte man einen anderen Maßstab ansetzen.

Welche Holzfeuchte ist sinnvoll?

Die Holztrocknung ist energieintensiv. Daher wird auf einen effizienten Energieeinsatz geachtet. Für die verschiedenen Einsatzbereiche sind Grenzwerte der Holzfeuchte festgelegt. Man trocknet das Holz so viel, wie es sinnvoll ist.

Konstruktionsvollholz hat bei Auslieferung eine Feuchte von 15 ±3 %. Im Innenraum stellt sich später eine Holzfeuchte von etwa 8 % und weniger ein. Das sorgt in den ersten Monaten nach dem Einbau für einen gewissen Schwindprozess.

Je nach Zuschnitt eines Holzes schwindet es sehr unterschiedlich. Der Längsschwund ist dabei sehr gering, radial beträgt der Schwund etwa 0,16 %, und tangential – also in Richtung der Jahresringe – rund 0,32 % (Angaben pro 1 % Feuchteänderung).hobacon GmbH & Co. KG

Holz ist heterogen aufgebaut und verhält sich bei der Trocknung entsprechend uneinheitlich. In Achsrichtung gibt es kaum Schwinden, am stärksten ist es tangential, radial davon ca. die Hälfte. Formstabiler sind verleimte Produkte.

Verformungen werden durch geringere Holzfeuchten vermindert, die möglichst nahe bei der Nutzungsfeuchte liegen. Das ist erreichbar durch lange Lagerzeiten oder durch technische Trocknung. Effizient sind kleinere Einzelquerschnitte vor einer Verleimung. Dabei lohnt es sich, die richtigen Qualitäten zu bevorzugen. Lassen Sie sich von unseren Holzbau-Experten beraten.

Hier sind die Trocknungsgrade schematisch angedeutet: 1: Die Holzfeuchte bei Vollholz (VKH) liegt bei etwa 18 % und weniger. 2: Je größer der Querschnitt, desto höher die Holzfeuchte. 3: Balkenschichtholz (DUO) weist eine Holzfeuchte von maximal 15 % auf. 4: Bei Brettschichtholz (BSH) beträgt die Holzfeuchte 12 ±3 %.hobacon GmbH & Co. KG

Kleinere Querschnitte trocknen besser

Die Holztrocknung funktioniert dann am besten, wenn die Querschnitte klein sind. Bretter sind besser als Bohlen und die sind besser als dicke Einzelquerschnitte. Von einteiligen Querschnitten mit mehr als 100 mm Dicke raten wir ab.

Tipps für Sichthölzer

Für Hölzer größerer Dimension wie Mittelpfetten ist Brettschichtholz ideal. Die Bretter lassen sich vor dem Verleimen gleichmäßig trocknen auf eine Holzfeuchte von 12 ± 3%. Außerdem hat Brettschichtholz überwiegend liegende Jahrringe. Das folgende Beispiel zeigt sehr anschaulich den Vorteil von Brettschichtholz. Würde für die Mittelpfette mit einem erforderlichen Querschnitt von 160 x 280 mm Vollholz eingesetzt, so würde sich der Querschnitt bei einer Endfeuchte von 8 % auf 153 x 273 mm verringern. Das bedeutet ein Schwindmaß in der Höhe von fast einem Zentimeter. Bei Brettschichtholz hingegen beträgt das Schwindmaß nur circa 2 mm. Dies trägt zur Formstabilität des gesamten Dachstuhls erheblich bei.

Brettschichtholz schwindet nur in geringem Maß. Als Auflager für die Sparren bleibt die Mittelpfette bei minimalen Verformungen.hobacon GmbH & Co. KG

Ein Lieblingsplatz für alle

Nach einem nasskalten und dunklen Winter locken uns die ersten Sonnenstrahlen manchmal schon im Februar ins Freie. Mit der richtigen Gestaltung wird Ihr Garten zum erweiterten Wohnraum. Hier starten Sie entspannt in den Feierabend, genießen gemeinsam mit der Familie das Sonntagsfrühstück, überraschen Freunde mit einem Barbecue und toben mit den Kindern herum.

Eine Holzterrasse bietet dabei viele Vorteile. Und mit der geeigneten Holzart sowie der richtigen Verarbeitung haben Sie viele Jahre Freude an Ihren Holzdielen.

Wohlfühlort Holzterrasse – klare Vorteile für Sie!

Gerade in der Übergangszeit können Holzterrassen punkten: Im Vergleich zu Stein hat Holz sehr gute Wärmedämmeigenschaften. So fühlen sich die Dielen schnell warm an, auch wenn der Boden selbst noch kalt ist. Gleichzeitig heizt sich Holz durch intensive Sonneneinstrahlung nicht zu stark auf, eine Holzterrasse können Sie also auch bei Sommerhitze barfuß betreten. Zur „warmen Ausstrahlung“ tragen außerdem die individuelle Maserung, der charakteristische Geruch und die Haptik des natürlichen Materials Holz bei. Eine Überdachung aus Holz oder Glas kann die Verweilzeit noch weiter verlängern.

Auch der Natur tun Sie mit Holzdielen etwas Gutes: Im Gegensatz zu Steinterrassen versiegeln sie nicht den Boden, Regenwasser fließt durch die Fugen ab, sodass die Bodenorganismen weiter mit ausreichend Wasser und Luft versorgt werden. Ein Untergrund aus ca. 10–15 cm Schotter mit einer Körnung von 16–32 mm sorgt dafür, dass keine Staunässe entsteht und das Wasser von Terrasse und Haus weggeleitet wird.

Holzterrasse am Teich
Wichtig bei Holzdecks am Wasser: die Materialwahl. Je nach Anforderung sind nur bestimmte Holzarten geeignet.Bussmann und Wolters Holzbau GmbH & Co. KG

Welches Holz für Ihre Terrasse?

Umweltgerecht und nachhaltig – Holz ist ein regenerativer, nachwachsender Rohstoff, dessen Herstellung in Deutschland seit Jahrhunderten dem Nachhaltigkeitsprinzip folgt. Das heißt, es wird nie mehr geerntet als nachwächst. Die Natur wird also durch die Holznutzung nicht geschädigt. Achten Sie deshalb beim Holzkauf auf die Herkunft.

Aber nicht jedes Holz eignet sich für eine Terrasse. Was zeichnet also eine gute Terrassendiele aus? Wägen Sie dabei ab zwischen persönlichen gestalterischen Wünschen und technischen Kriterien.

Mögliche gestalterische Wünsche an Ihre Holzterrasse:

Technische Kriterien für das Dielenholz:

  • Dauerhaftigkeit
  • Festigkeit
  • Rissigkeit
  • Abschieferung
  • Quellen und Schwinden
  • Aufheizung

Holz ist ein robustes Material, das keinen großen Pflegeaufwand benötigt. Mit der Auswahl einer geeigneten Holzart und einer sinnvollen Konstruktion sind Holzdielen enorm dauerhaft und haltbar.

Tabelle Heimische Holzarten für Terrassendielenhobacon GmbH & Co. KG
Tabelle Importierte Holzarten für Terrassendielen und WPChobacon GmbH & Co. KG

Neben klassischen Hölzern werden für Terrassen auch modifizierte Hölzer eingesetzt, insbesondere Thermoesche. Bei Thermoholz wird durch eine Hitzebehandlung eine höhere Dauerhaftigkeit sowie ein reduziertes Quell- und Schwindverhalten erzielt. Heimische Holzarten stammen aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Für importierte Holzarten kann die Nachhaltigkeit durch das FSC-Zertifikat nachgewiesen werden. Weiter an Bedeutung gewinnen WPC-Dielen, das sind Verbundwerkstoffe aus Holzfasern und thermoplastischen Kunststoffen, die auch mit rutschhemmender Oberfläche erhältlich sind. Sie kommen vor allem dann ins Spiel, wenn es um die Begrenzung von Teichen oder Pools geht.

höhenverstellbare Unterkonstruktion von Terrassendielen
Die Unterkonstruktion ist entscheidend für die dauerhafte Funktionsfähigkeit der Holzterrasse. Auf dem tragenden Untergrund werden meist Gehwegplatten angeordnet. Stellfüße, die es auch höhenverstellbar gibt, sorgen für einen größeren Bodenabstand.hobacon GmbH & Co. KG

So werden Terrassendielen korrekt verlegt

Qualitätsmerkmale einer Holzterrasse sind nicht nur Terrassendielen mit hoher Dauerhaftigkeit, sondern auch eine korrekte Verlegung (Fugenbreite, Befestigung) und die richtige Unterkonstruktion (Material, Belüftung, Entwässerung). Der Feuchtegehalt der Terrassenhölzer schwankt im Jahresverlauf stark. Zudem unterscheiden sich die Holzarten in ihrem Quell- und Schwindverhalten deutlich, sodass zum Beispiel die Fugenbreite individuell angepasst werden muss.

Aufbau von Holzdielen
Die „Kunst der Fuge“ ist auch bei der Holzterrasse wichtig. So breit, dass die Durchlüftung und der Wasserablauf gewährleistet sind. So schmal, dass es gut aussieht. Und das zu allen Jahreszeiten.hobacon GmbH & Co. KG

Gut zu wissen!

  • Schmale Dielen können mit schmaleren Fugen verlegt werden.
  • Beim Verlegen muss der Feuchtegehalt des Holzes berücksichtigt werden.
  • Empfohlene Fugenbreite: mindestens 4 mm im gequollenen Zustand.

Auch für den Holzschutz und die Pflege gibt es für jedes Gartenholz umweltgerechte und zugleich hochwirksame Öle und Lasuren.

Wenn Ihr Projekt zu umfangreich wird, die Holzkonstruktionen einer besonderen Beanspruchung ausgesetzt sind oder Sie eine spezielle Statik benötigen, nutzen Sie das Fachwissen eines Holzbau-Experten. Die Fachbetriebe stehen Ihnen auch bei allen Fragen und Planungsarbeiten im Außenbereich zur Verfügung.

Achten Sie auf die Herkunft des Holzes!

Holz aus Deutschland bedeutet immer nachhaltige Forstwirtschaft, und das bereits seit 300 Jahren. Doch wie viel Wald gibt es in Deutschland? Und welche Bäume werden zur Nutzung angepflanzt? Laut Bundeswaldinventur, die etwa alle zehn Jahre den Zustand des deutschen Waldes prüft, nehmen sowohl die Waldfläche als auch der Baumbestand zu. Gleiches gilt für Mittel- und Nordeuropa. Pro Jahr wachsen in Deutschland im Mittel etwa 122 Millionen Kubikmeter Holz nach, im gleichen Zeitraum werden 76 Millionen Kubikmeter Holz geerntet. Dank dieser nachhaltigen Produktion wird Holz aus heimischen Wuchsgebieten bei deutschen Handwerksbetrieben deutlich bevorzugt. Fragen Sie Ihren Holzbau-Experten nach der richtigen Wahl für Ihr Projekt.

Und was ist mit der sibirischen Lärche?

Die witterungsbeständige sibirische Lärche ist in Europa sehr gefragt – insbesondere für Fassadenbretter und Terrassendielen. Aber nicht nur der lange, klimabelastende Transport ist bedenklich, ein nicht unerheblicher Teil der russischen Holzexporte stammt aus illegalem Einschlag. Laut Schätzungen werden allein in einem Teil Ostsibiriens rund fünf Millionen Kubikmeter borealer Nadelwald im Jahr ohne Erlaubnis gefällt. Die Wiederaufforstung ist nicht sichergestellt. Verwenden Sie besser Holz aus den EU-Staaten. Wir können uns sicher sein, dass die Forstbetriebe in Mitteleuropa und Skandinavien nachhaltig wirtschaften.

Natürlich! Das FSC-Siegel

Der Forest Stewardship Council (FSC) wurde 1993 als globale, unabhängige Organisation gegründet. Ziel des FSC ist, weltweit eine umweltgerechte, sozial verträgliche sowie ökonomisch tragfähige Waldbewirtschaftung zu fördern. Die Befolgung der FSC-Standards wird vor Ort sowie während der gesamten Verarbeitungskette bis hin zum Endverbraucher kontrolliert.

grünes Logo des FSC-Siegels
Das FSC-Siegel steht für nachhaltige Holzwirtschaft.

Unbegrenzt dauerhaft

Auch unbehandeltes Holz kann mit dem richtigen Hintergrundwissen und einer fachgerechten Verarbeitung unbegrenzt dauerhaft sein. Wer sich für den natürlichen Baustoff Holz entscheidet, muss also nicht gleichzeitig auf chemischen Holzschutz setzen. Im Gegenteil.

Die hohe Kunst des baulichen Holzschutzes

Die Zimmerleute sind schon seit Jahrhunderten Meister ihres Handwerks. Davon zeugen viele historische Fachwerkbauten, die in den letzten Jahren liebevoll restauriert werden konnten und eine neue Nutzung bekommen haben. Sie wurden einst mit sehr viel Sachverstand errichtet und konnten so die Zeiten gut überdauern. Der bauliche Holzschutz begann bereits im Wald: Das Holz wurde nahe der Gemeinde im Winter geschlagen, zum Trocknen gelagert und sorgfältig je nach Verwendung ausgewählt.

Fachwerkhaus auf Feldsteinfundament
Ein historisches, achtsam renoviertes Fachwerkhaus kann viele weitere Jahre überdauern. Für einen festen Grund und als Feuchteschutz von unten wurden die Häuser früher oft auf einem Fundament aus Feldsteinen errichtet.hobacon GmbH & Co. KG

Bestimmte Holzarten wie das Eichenkernholz zeichnen sich unbehandelt durch eine besondere Witterungsresistenz aus. Diese Widerstandsfähigkeit, auch gegen Pilze und holzzerstörende Insekten, wird in der Dauerhaftigkeitsklasse angegeben. Die besonders dauerhaften Hölzer wie zum Beispiel Eiche halten einer hohen Feuchtebelastung stand (Fachwerk). Andere Hölzer, wie zum Beispiel Fichte, werden unter Dach eingebaut und sind dort unbegrenzt dauerhaft.

Dauerhaftigkeitsklassen verschiedener Kernhölzer

Chemischer Holzschutz muss nicht sein

Vor allem nach 1945 wurde beim Hausbau auf chemische Holzschutzmittel wie DDT oder PCP gesetzt. Da diese sich als gesundheitsschädlich herausstellten, wurden sie ab den 1970er-Jahren verboten. Moderne Holzbauten kommen ohne den Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln aus. Traditionelle Handwerkstechniken und jahrhundertelange Erfahrungen der Zimmerer werden bei unseren Holzbau-Experten innovativ zusammengebracht. Das Geheimnis oder besser gesagt das Wissen um den natürlichen Holzschutz ist die Erfahrung um den notwendigen Feuchteschutz. Dank natürlichem Holzschutz haben Sie nicht nur lange Freude an Ihrem Traumhaus, er sorgt auch für ein gesundes Raumklima ganz ohne chemische Holzschutzmittel. So können Sie und Ihre Familie sich in Ihrem Zuhause rundum wohl fühlen.

Besonders witterungsbeständig und resistent sind nur wenige Holzarten in Deutschland. Von den rund 72 Baumarten in unseren Wäldern werden nur 26 Laubbaum- und 7 Nadelbaumarten wirtschaftlich genutzt. Für Holzbauten und Holzkonstruktionen eignet sich davon nur ein geringer Anteil. Ihr Holzbau-Experte berät Sie gern, welche Holzart für Ihr Projekt das beste ist. Eine erste Einführung finden Sie hier.

Eine kleine Holzkunde

Fichtenholz ist witterungsbeständig und sehr gut zu verarbeiten.hobacon GmbH & Co. KG

Fichte – ideal für Dachkonstruktionen und Fassaden

Neben der Kiefer ist die Fichte die häufigste in Deutschland vorkommende Nadelbaumart und für die Forstwirtschaft der bedeutendste Holzlieferant. Wegen seiner guten Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften eignet sich Fichtenholz hervorragend als Bau- und Konstruktionsholz. Vorteilhaft ist auch sein relativ geringes Gewicht. Das Material lässt sich sehr leicht transportieren und verarbeiten. Überwiegend wird Fichtenholz für Konstruktionen unter dem Dach und den Bau beschichteter Holzfassaden verwendet.

Doch die Fichte hat noch mehr Vorteile. Sie ist witterungsbeständig und speichert während einer Regenperiode wesentlich weniger Wasser als andere Holzarten. Für Holzkonstruktionen am Haus ist das von immensem Nutzen: Während der Montage nimmt das Holz kaum Feuchtigkeit auf. Wer sich also für den Baustoff Fichte entscheidet, wählt eine gesunde, ökologische Wohnweise und sorgt so für eine lange Lebensdauer seines Hauses.

Lärchenholz ist ein schweres und hartes Nadelholz mit einer guten Resistenz gegen Pilze und Insekten.hobacon GmbH & Co. KG

Lärche – im Außenbereich die richtige Wahl

Ebenfalls gut geeignet für den Holzbau ist die Lärche – auch wenn sie eher eine Rarität in Deutschland ist. An der gesamten deutschen Waldfläche hat die Lärche nur einen Anteil von etwa 2,8 %. Heimisch ist sie hierzulande überwiegend in den nördlichen Alpenregionen, wird aber zusätzlich in Mischwäldern angepflanzt.

Lärchenholz ist eines der schwersten und härtesten einheimischen Nadelhölzer und hat sehr gute Festigkeitseigenschaften. Aufgrund seiner Witterungsbeständigkeit und Resistenz gegenüber Pilzen und Insekten ist Lärchenholz optimal als Konstruktionsholz im Außenbereich zu gebrauchen und auch ohne Behandlung mit Holzschutzmitteln dank natürlichem Holzschutz langlebig. Häufig kommt es im Freien als Brettschichtholz zum Einsatz, eignet sich aber auch gut für die Fertigung unbeschichteter Fassadenbekleidungen.

Ein Tipp in Sachen Nachhaltigkeit: Auch wenn der günstigere Preis lockt, verwenden Sie bitte keine sibirische Lärche für Ihre Baumaßnahmen, denn in Sibirien wird der Rohstoff Holz zu großen Anteilen durch Raubbau gewonnen. Achten Sie auf regionales Holz.

gefurchter Stamm einer Douglasie
Die Douglasie ist seit etwa 200 Jahren heimisch in Deutschland. Ihr Holz ist sehr dekorativ, daher wird es gern in sichtbaren Konstruktionen verbaut.hobacon GmbH & Co. KG

Douglasie – ein echter Hingucker

Die Douglasie ist die bedeutsamste „eingebürgerte“ Baumart in Deutschland. Ihre auffallend guten Wuchseigenschaften sowie die positiven Erfahrungen mit dieser Holzart in Nordamerika haben bereits im frühen 19. Jahrhundert zu ersten Baumanpflanzungen in Europa geführt. Ein besonderer Förderer des Douglasien-Anbaus war Otto von Bismarck, der sie ab 1880 auf seinem Besitztum im Sachsenwald bei Hamburg ansiedeln ließ.

Für die Verwendung von Douglasie beim Holzbau sprechen ihre guten technologisch-mechanischen Eigenschaften, beispielsweise bei Biege- und Zugbelastungen, sowie ihre hohe natürliche Dauerhaftigkeit. Dank ihres dekorativen, lärchenähnlichen Aussehens übernimmt Douglasienholz gleichermaßen tragende und dekorative Funktionen. Sie wird wegen ihres besonderen Farbtons gern für sichtbare Konstruktionen im Innenbereich verwendet oder auch als Konstruktionsholz für den Außenbereich, z. B. für Balkone, Türen, Tore und als sogenanntes Gartenholz. Als Baustoff zur Gestaltung von beschichteten oder unbeschichteten Fassaden kann sie ein echter Blickfang sein.

Eichenholz kann Jahrhunderte überdauern, wenn es richtig verbaut ist.hobacon GmbH & Co. KG

Eiche – robust und langlebig

Als Bau- und Konstruktionsholz erfüllt die Eiche höchste Anforderungen und zählt damit zu den wertvollsten Holzarten. Sie ist besonders beständig gegenüber Feuchtigkeit und Umwelteinflüssen, gehört zu den mittelschweren Hölzern und ist sehr fest, sodass sie sich nach der Verarbeitung kaum verzieht. Eiche wurde und wird oft für offene Fachwerkbauten verwendet. Ein Zeugnis für die Langlebigkeit dieser Holzart sind bis heute intakte Fundamente historischer Bauwerke aus Eichenholzpfählen. Im Außenbereich wird sie gern zum Bau von Balkonen, Türen und Gartenmöbeln verwendet. Aber auch im Innenbereich werden Massivmöbel, Treppen, Parkett- und Dielenböden aus Eiche gefertigt.

Die wichtigste Art für die Produktion von Eichenholz ist die Stieleiche, die auch als Sommereiche oder Deutsche Eiche bezeichnet wird. Nach der Buche ist die Eiche die Laubholzart, die in Deutschland am stärksten wirtschaftlich genutzt wird. Buchenholz wird jedoch vorwiegend zu dekorativen Zwecken, Eiche aufgrund ihrer ausgeprägten Robustheit eher zum Bauen eingesetzt.