Aktuelle Fördermittel für die energetische Sanierung
Gut geplant ist halb gefördert
Inhalt
Staatliche Fördermittel
Sanierung zum Effizienhaus und Heizungstechnik: Förderung über die KfW
– Wohngebäude-Kredit (261)
– Ergänzungskredit für Einzelmaßnahmen Wohngebäude (358, 359)
– Heizungsförderung für Privatpersonen (458)
Förderung von weiteren Einzelmaßnahmen über das BAFA
Steuerliche Förderung für Sanierungen
Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb (308)
Wohnen Sie in einem älteren Haus, steht früher oder später eine Sanierung an. Nicht nur die Ansprüche an Platzbedarf und Wohnkomfort ändern sich über die Jahrzehnte, vor allem Wärmedämmung und Gebäudetechnik müssen an moderne Standards angepasst werden. Verschiedene Bauteile haben eine Lebensdauer von etwa 25 bis 50 Jahren.
Im Rahmen der Energiewende ist es erklärtes Ziel der Bundesregierung, ältere Häuser fit für die Zukunft zu machen. Dazu ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG) im Rahmen der Umbenennung zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) im Sommer 2026 reformiert worden. Auch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist grundlegend angepasst worden, bleibt aber attraktiv. Es lohnt sich also, einen genaueren Blick auf die Förderprodukte zu werfen, um für die energetische Sanierung seines Hauses günstige Kredite oder Zuschüsse zu erhalten.
Interessieren Sie sich für die Förderung von Neubauten? Alle nützlichen Infos hierzu finden Sie im Beitrag zum klimafreundlichen Neubau.
Wichtig, wenn bei Ihnen voraussichtlich mehrere Maßnahmen anstehen: Wollen Sie die Sanierung schrittweise durchführen, lassen Sie sich von einem zertifizierten Energieberater einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen. Diese Beratungskosten werden mit bis zu 50 % gefördert und sind gedeckelt auf maximal 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern sowie auf maximal 850 Euro bei Wohngebäuden ab drei Wohneinheiten.
Der iSFP gibt Empfehlungen, welche Sanierungsmaßnahmen wann am sinnvollsten sind. Diese können, müssen aber nicht von Ihnen umgesetzt werden. Führen Sie aber einen der vorgeschlagenen Schritte innerhalb der nächsten 15 Jahre nach Erstellung des iSFP aus UND liegt die Investitionshöhe hierfür bei mindestens 30.000 €, erhalten Sie bei der Beantragung einer Förderung für die Baumaßnahme nach Bewilligung eine Extraförderung von 5 % auf den darüberhinausgehenden Betrag.
Staatliche Fördermittel
Das zentrale öffentliche Förderprogramm der Bundesregierung ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG genannt. Mit zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen unterstützt sie:
- Maßnahmen zur Einsparung von Energiekosten
- Maßnahmen zur Nutzung von erneuerbaren Energien
Wichtig, wenn Sie staatliche Fördermittel beantragen wollen: Sie haben bis jetzt weder mit Ihrem Bauvorhaben angefangen noch einen Auftrag hierfür vergeben.
Die Finanzierung der bundesweiten Fördermittel im Rahmen der BEG erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Das Förderprogramm selbst wird über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abgewickelt.
Die BEG besteht aus drei Teilprogrammen:
- Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG): für ganzheitliche, systemische Sanierung
- Bundesförderung für effiziente Gebäude – Nichtwohngebäude (BEG NWG): für die systemische Sanierung von Gewerbegebäuden, kommunalen Einrichtungen, Krankenhäusern oder Kitas
- Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM): für punktuelle Sanierungen wie Heizungsförderung, Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung
Sanierung zum Effizienzhaus und Heizungstechnik: Förderung über die KfW
Im Rahmen der BEG gibt es für die klimafreundliche Sanierung bestehender Wohnimmobilien bei der KfW folgende Förderprodukte:
- Wohngebäude – Kredit (261)
- Einzelmaßnahmen Ergänzungskredit – Wohngebäude (358, 359)
- Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458)
Wohngebäude-Kredit 261
Gefördert wird die energetische Sanierung eines Gebäudes oder auch der Kauf eines frisch sanierten Effizienzhauses – sofern die Kosten bei letzterem gesondert ausgewiesen sind. Beantragen können den Kredit Privatpersonen und Wohnungseigentümergemeinschaften, (kommunale) Unternehmen und freiberuflich Tätige, juristische Personen des Privatrechts wie Wohnungsbaugenossenschaften, Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts wie Kammern und Verbände sowie gemeinnützige Organisationen einschließlich Kirchen.
Der maximale Kreditbetrag liegt bei 150.000 € pro Wohneinheit. Da die Zinssätze und Laufzeiten deutlichen Schwankungen unterliegen, finden Sie die aktuellen Zahlen direkt auf der Website der KfW. Dazu gibt es Tilgungszuschüsse, die sich nach der erreichten Effizienzhaus-Stufe richten. Diese Zuschüsse reduzieren Ihr Darlehen und verkürzen die Laufzeit, sie sparen effektiv Geld. Dabei gilt: Je besser die Effizienzhaus-Stufe Ihres sanierten Hauses – also je niedriger die Kennzahl –, desto höher der Tilgungszuschuss. Die Stufen orientieren sich daran, wie viel Energie das Gebäude im Vergleich zu einem modernen Referenzgebäude benötigt.

Die Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse) ist mittlerweile Standard und besagt, dass die neue Heizungsanlage des sanierten Gebäudes mindestens 65 % des Gebäudeenergiebedarfs aus erneuerbaren Energien bezieht.
Eine Nachhaltigkeits-Klasse (NH-Klasse) kann in Anspruch genommen werden, wenn das Wohngebäude die Anforderungen des staatlichen „Qualitätssiegels nachhaltiges Gebäude (QNG) erfüllt. Damit wird unabhängig geprüft, ob das Haus besonderen Anforderungen an die ökologische, soziokulturelle und ökonomische Qualität entspricht.
Einen Extra-Tilgungszuschuss von 10 % für die Sanierung zu einem EH 40, 55 oder 70 erhalten Sie, wenn Ihr Haus zu den sogenannten Worst Performing Buildings gehört, also zu den energetisch schlechtesten 25 % des deutschen Gebäudebestands. Für diese Einordnung ist eines der folgenden beiden Kennzeichen für die Häuser wichtig:
- Das Gebäude verfügt über einen gültigen Energieausweis der Klasse H. Ausweise vor 2014 enthalten noch keine Klassifizierung, hier muss Ihr Gebäude einen Endenergie-Wert von mindestens 250 kWh/(m2a) aufweisen.
- Das Gebäude ist bis zum Jahr 1957 erbaut worden und mindestens 75 % der Außenwandfläche sind nicht energetisch saniert. Dabei ist es einerlei, in welchem Zustand die Heizung oder das Dach sich befinden. Wurde die Wärmedämmung vor 1984 angebracht, gilt das Haus als nicht gedämmt.
Die Serielle Sanierung bezieht sich auf das Herstellungsverfahren der verwendeten Materialien. Dies sind modular vorgefertigte Dach- und Fassadenelemente, die speziell für Dämmung Witterungsschutz konzipiert sind.
Voraussetzung für den Antrag des Wohngebäude-Kredits 261 ist der Einsatz eines Energieeffizienz-Experten. Die Baubegleitung fördert die KfW mit einem zusätzlichen Kreditbetrag und Tilgungszuschuss. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern, Doppelhaushälften und Reihenhäusern sind dies ein zusätzlicher Kredit über 10.000 € je Vorhaben, bei dem eine neue Effizienzhaus-Stufe erreicht wird, sowie ein Tilgungszuschuss von 50 % (bis zu 5.000 €).
Welche Effizienzhaus-Stufe Ihr Gebäude letztlich nach der Sanierung erreicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen der Ausgangszustand sowie die durchgeführten Maßnahmen, um die Energieeffizienz des Hauses zu verbessern, z.B.:
- Fassadendämmung und Sonnenschutz
- Dachdämmung
- Kellerdeckendämmung
- Fenster erneuern und Sonnenschutz
- Heizung austauschen
- Lüftungsanlage einbauen oder erneuern
- Photovoltaik-Anlage
- Solarthermie-Anlage
- Energetische Fachplanung und Baubegleitung

Ergänzungskredit für Einzelmaßnahmen Wohngebäude (358, 359)
Nur wer bereits eine Zuschusszusage der KfW oder dem BAFA im Rahmen der Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden vorweisen kann, die nicht länger als 12 Monate zurückliegt, kann seit Ende Februar 2024 bei der KfW zusätzlich einen Ergänzungskredit für Einzelmaßnahmen Wohngebäude (358, 359) beantragen. Die Höhe dieses Kredits kann bis zu 120.000 € je Wohneinheit betragen. Einen zusätzlichen Zinsvorteil erhalten Sie bei einem Haushaltsjahreseinkommen von bis zu 90.000 € (358).
Heizungsförderung für Privatpersonen (458)
Seit 2024 gibt es einen Zuschuss Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458), der im Rahmen der Reform zum Gebäudemodernisierungsgesetz im Juli 2026 weiter angepasst wurde.
Zu den geförderten Maßnahmen gehören:
- der Kauf und die Installation von
- solarthermischen Anlagen
- Biomasseheizungen
- elektrisch angetriebene Wärmepumpen
- Brennstoffzellenheizungen
- wasserstofffähigen Heizungen
- innovativer Heizungstechnik auf Basis erneuerbarer Energien
- der Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz
- Ausgaben für eine provisorische Heiztechnik bei einem Heizungsdefekt
- die Fachplanung und Baubegleitung durch eine Expertin oder einen Experten für Energieeffizienz
- die akustische Fachplanung durch eine Akustikerin oder einen Akustiker (Lärmschutz bei stationären Geräten wie Wärmepumpen)
- die Kosten für vorbereitende und wiederherstellende Maßnahmen (Umfeldmaßnahmen)
Beantragen können ihn folgende Personengruppen:
- private Eigentümer/innen von bestehenden und selbstgenutzten Einfamilienhäusern oder von vermieteten bzw. nicht selbstgenutzten Einfamilienhäusern in Deutschland
- private Eigentümer/innen von bestehenden Mehrfamilienhäusern (mit mehr als einer Wohneinheit)
- private Eigentümer/innen von Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften in Deutschland, wenn Maßnahmen am Sondereigentum umgesetzt werden
- Wohnungseigentümergemeinschaften in Deutschland, wenn Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum umgesetzt werden
Dazu muss ein Experte für Energieeffizienz bzw. ein Fachunternehmen beauftragt werden, die eine Bestätigung zum Antrag erstellen. Ehe Sie den Förderantrag bei der KfW einreichen, benötigen Sie einen Lieferungs- oder Leistungsvertrag vom Fachunternehmen, in dem die Umsetzung der Maßnahme innerhalb eines festgesetzten Zeitraums vereinbart ist. Dieser Vertrag sollte eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthalten, falls die Förderzusage nicht zustande kommt.
Der voraussichtliche Zuschussbetrag hängt von der Höhe der förderfähigen Kosten ab. Berücksichtigt werden bei einem Einfamilienhaus aktuell Kosten bis zu einer Höhe von 28.000 €. Dieser Förderhöchstbetrag sinkt ab dem 01.02.2027 erstmalig und danach halbjährlich um jeweils 750 €. Damit können Sie als Zuschuss aktuell maximal 80 %, also bis zu 22.400 € in der niedrigsten Einkommensklasse erhalten.
Der Zuschuss setzt sich aus einer Grundförderung und weiteren möglichen Bonusförderungen zusammen. Die Grundförderung liegt bei 30 %. Einen Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % erhalten selbstnutzende Eigentümer, die ihre alte funktionstüchtige fossile Heizung frühzeitig austauschen und fachgerecht demontieren und entsorgen lassen. Dieser Bonus sinkt ab dem 01.02.2027 halbjährlich um 4 % und entfällt ab dem 01.08.2028 komplett. Die Förderung kann außerdem ergänzt werden durch einen Einkommensbonus, wenn das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen maximal 50.000 € beträgt (Staffelung siehe Tabelle).

Förderung von weiteren Einzelmaßnahmen über das BAFA
Weitere Zuschüsse für die Förderung von Einzelmaßnahmen zur energieeffizienten Sanierung von Wohngebäuden können beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden.
Hier wird folgendes gefördert:
- Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle wie Fenster- und Türenaustausch, Dämmung der Außenwände und des Daches, sommerlicher Wärmeschutz
- Anlagentechnik (außer Heizung)
- Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik begrenzt auf den Bereich Errichtung/Umbau/Erweiterung von Gebäudenetzen)
- Heizungsoptimierung
- Fachplanung und Baubegleitung
Voraussetzung: Die Antragstellung für eine Förderung erfordert die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten, bei der Heizungsoptimierung muss ein Fachunternehmen eingebunden sein.
Steuerliche Förderung für Sanierungen
Anstelle der direkten Förderung durch die KfW und das BAFA kann eine energetische Gebäudesanierung auch steuerlich gefördert werden, indem die entstandenen Kosten als Teil der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt geltend gemacht werden. Über drei Jahre verteilt können Sie bis zu 20 % der Sanierungskosten steuerlich absetzen, die Höchstsumme beträgt 40.000 € pro Wohnobjekt.
Eine Antragstellung im Vorfeld ist dafür nicht notwendig, Sie benötigen aber eine Bescheinigung vom ausführenden Fachunternehmen bzw. von einem Energieberater über die ausgeführten energetischen Maßnahmen, die mit eingereicht werden muss. Weitere Informationen dazu finden Sie direkt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb (308)
Haben Sie vor, ein älteres Gebäude zu kaufen und grundlegend zu sanieren, kommt für Sie vielleicht der Förderkredit 308 „Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb“ in Frage. Nach dem Motto „Jung kauft Alt“ gibt es seit September 2024 die Möglichkeit, für den Kauf einer bestehenden Wohnimmobilie in Deutschland bei der KfW diese Förderung zu beantragen. Aktuell liegen die Kredithöchstbeträge zwischen 140.000 bis 180.000 €.
Bedingungen dabei:
- Sie bewohnen die geförderte Immobilie als Eigentümer selbst, es ist Ihre einzige Wohnimmobilie in Deutschland und es lebt mindestens ein Kind unter 18 Jahren in Ihrem Haushalt.
- Das Haushaltseinkommen der Familie oder Alleinerziehendem darf maximal 90.000 € bei einem Kind betragen. Für jedes weitere Kind erhöht sich diese Grenze um 10.000 €.
- Das Bestandsgebäude bzw. die bestehende Eigentumswohnung hat zum Zeitpunkt des Förderantrags einen gültigen Energiebedarfsausweis oder Energieverbrauchsausweis der Energieeffizienzklasse F, G oder H.
- Innerhalb von 4,5 Jahren nach Erwerb muss das Haus entweder mindestens auf den Standard „Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien“ energieeffizient saniert werden oder es wird ein Paket aus verpflichtenden energetischen Sanierungseinzelmaßnahmen nachgewiesen (Fenster- und Heizungstausch, Dämmung von Fassade und Dach bzw. oberste Geschossdecke). Die Sanierung selbst wird innerhalb dieses Kredits nicht gefördert, hierfür können aber andere Förderprodukte kombiniert werden.
Fazit
Wollen Sie ein Bestandsgebäude sanieren, empfehlen wir Ihnen als ersten Schritt: Lassen Sie die vorhandene Bausubstanz von einem unabhängigen Energieberater überprüfen, der Sie auch im Hinblick auf die Förderprogramme des Bundes ausführlich beraten kann. Eine Liste mit Energieeffizienz-Experten in Ihrer Umgebung gibt es bei der Deutschen Energie-Agentur (dena).
Stand: 08/2026
Adobe Stock - Andrey Popov
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